Unteilbar (Daily Procedure 4)

Material: Material: Tusche auf handgeschöpftem Kaharipapier, codiert, gewoben.
Beschriftung Blatt 1: Auszüge aus Artikel 1 – 33 des Grundgesetzes der BRD. Blatt 2: Vollständige Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte.
Maße: Ca. 2 x 40 x 120 cm.
Titel: Unteilbar (Daily Procedure 4) 
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Werkbeschreibung ‘Unteilbar’

Die zweiteilige Arbeit besteht aus zwei großen, handgeschöpften Papierbögen. Auf dem ersten Bogen befinden sich Auszüge aus Artikel 1 – 33 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, auf dem zweiten Bogen die vollständige Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte.

Jede Arbeit besteht aus jeweils einer Hälfte von Bogen eins und Bogen zwei. Die Bögen wurden so angelegt, dass bei der einen Arbeit die in rot geschriebenen Menschenrechte optisch dominieren, bei der zweiten das in schwarz geschriebene Grundgesetz. Es wurde eine Webtechnik konstruiert, die es ermöglicht, die Inhalte so miteinander zu verweben, dass ein realer Strichcode (= Code39) entsteht. Beide Arbeiten sind so gewoben, dass der Strichcode für das Wort [erfährt der/die KäuferIn] entsteht. Bei genauerem Hinsehen wird erkennbar, dass sich die Streifen des Grundgesetzes mit den Streifen der Menschenrechte regelmäßig abwechseln. Stellt man sich die einen als vollständig schwarz, die anderen als vollständig weiß vor, wird das zunächst optisch verwirrende Bild klarer.

Die Bögen wurden dazu in Streifen geschnitten, wobei die Reihenfolge innerhalb der Streifen beibehalten wurde, im Gegensatz zu den Daily Procedure Arbeiten 1 bis 3, bei denen es nicht um die Unteilbarkeit, sondern um die Verletzung der Rechte geht. Die waagerechten Streifen wurden in jedem Bild abwechselnd schwarz – rot gewoben. Sie können innerhalb eines Bildes und innerhalb ihrer Farbe untereinandergelgt werden und ergeben dann den vollständigen Text dieser Hälfte eines Blattes. Sie erfüllen die Funktion des Zusammenhaltens innerhalb des Einzelwerkes.

Die senkrechten Streifen jedoch bilden den Zusammenhalt zwischen den beiden Werken und versinnbildlichen die eigentliche Unteilbarkeit der Menschenrechte. Würden beide Arbeiten aufeinandergelgt werden, so ergänzten die schwarzen Steifen des oberen Bildes die schwarzen Streifen des unteren Bildes und würden wieder zu einem Ganzen. Der zerschnittene Text würde wieder lesbar werden. Dasselbe gilt für die roten Streifen. Die Webung wurde so angelegt, dass die “weißen” Streifen des einen Bildes identisch sind mit den “schwarzen” des anderen. So entstehen im Prinzip zwei Arten desselben Strichcodes, ein herkömmlicher und ein invertierter.

Die Texte des Grundgesetzes und die Menschenrechte verteilen sich gleichmäßig auf beide Arbeiten. Zum Teil können sie innerhalb einer einzelnen Arbeit lesbar gemacht werden, kann den vermeindlich wirren Buchstaben ein Sinn zugewiesen werden. Eine Gesamtheit ergeben die Texte jedoch erst, wenn beide Bilder miteinander verschmolzen werden.

Wichtig bei der Konstruktion der Bilder ist, dass sie nicht einfach aus zwei Texten auf zwei Bögen bestehen, die willkürlich so zerschnitten wurden, dass daraus zwei Bilder in einem Code39 gewebt werden konnten. Dann wären zwar immer noch zwei Arbeiten entstanden, die inhaltlich zusammengehörten, aber es wären zwei voneinander getrennte Arbeiten geworden. Dadurch, dass bei den senkrechten Streifen jeder zweite Streifen eines einheitlichen Ganzen in das andere Bild eingewoben wurde, entsteht eine innere Verbindung zwischen den Arbeiten, ein Gespinst, das unsichtbar das eine mit dem anderen verbindet und die Unmöglichkeit einer Trennung verdeutlicht.

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